Die Oldtimer-Szene befindet sich in einem spürbaren Wandel. Über Jahrzehnte war das Bild klar: Oldtimer-Rallyes und Sammlerkreise wurden vor allem von Menschen mittleren und höheren Alters geprägt, die über Jahre hinweg Fahrzeuge zusammengetragen und gepflegt hatten. Wer heute jedoch bei Startaufstellungen genauer hinschaut, erkennt eine Verschiebung: Immer mehr junge Fahrerinnen und Fahrer nehmen aktiv an Rallyes teil, restaurieren eigene Fahrzeuge und engagieren sich in der Community. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer Faktoren, die sich gut anhand der Geschichte von Daniel Jura nachvollziehen lassen.
Ein Einstieg ohne Vorgeschichte im Rallyesport
Daniel Jura (27) und seine Copilotin Elena Steigberger (27) kennen sich seit rund 15 Jahren. Beide sind mit Oldtimern aufgewachsen, da ihre Elternhäuser jeweils klassische Fahrzeuge besaßen. Mit dem organisierten Rallyesport hatten sie ursprünglich jedoch nichts zu tun – Oldtimer waren für sie zunächst eher ein familiäres Umfeld als ein aktives Hobby.
Der Einstieg in den Rallyesport erfolgte dann zufällig. Die beiden entschieden sich, gemeinsam an der Vienne Höhenstrasse Classic teilzunehmen, ihrer ersten Oldtimer-Rallye überhaupt. Ohne größere Vorbereitung oder Erfahrung erreichten sie auf Anhieb den 3. Platz in ihrer Klasse. Dieses Ergebnis war ausschlaggebend dafür, dass sich Daniel in den folgenden Jahren intensiver mit dem Rallyesport beschäftigte.
Dieser Weg ist beispielhaft für viele junge Neueinsteiger in der Szene: Der Zugang erfolgt oft nicht über eine familiäre Motorsporttradition, sondern über ein zunächst unverbindliches Ausprobieren – mit überraschend positivem Ausgang.
Sportliche Erfolge als Bestätigung
Aus diesem ersten Erfolg entwickelte sich in den folgenden Jahren eine ernsthafte sportliche Laufbahn. Daniel Jura zählt heute zu den etablierten Namen im Oldtimer-Rallyesport und ist zweifacher Sieger der Höllental Classic, einer der bekannteren und herausforderndsten Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum.
Diese Erfolge sind aus mehreren Gründen bemerkenswert. Zum einen zeigen sie, dass junge Teilnehmer in der Szene nicht nur mitfahren, sondern auf höchstem Niveau konkurrenzfähig sind. Zum anderen widerlegen sie das verbreitete Klischee, Oldtimer-Rallyesport sei primär eine Frage von Erfahrung und Fahrzeugbudget. Präzision, Vorbereitung und Teamarbeit zwischen Fahrer und Beifahrer spielen eine ebenso große Rolle – Faktoren, die unabhängig vom Alter erlernt und trainiert werden können.
Das eigene Fahrzeug als zentrales Projekt
Neben dem sportlichen Aspekt zeigt sich bei Daniel auch ein zweiter wichtiger Faktor, der junge Menschen zur Oldtimer-Szene führt: das eigene Restaurationsprojekt. Sein Fahrzeug, ein Innocenti Mini Cooper 1300, Baujahr 1972, stand über viele Jahre in einer Lagerhalle und wies erhebliche Standschäden auf.
Über einen Zeitraum von rund acht Jahren wurde der Mini Schritt für Schritt technisch wieder aufgebaut. Erst 2021 war das Fahrzeug so weit hergestellt, dass die ersten Rallyeteilnahmen möglich wurden. Diese lange Vorbereitungszeit ist typisch für viele Restaurationsprojekte und verdeutlicht, dass der Zugang zur Oldtimer-Welt nicht zwangsläufig über den Kauf eines fertigen, teuren Sammlerfahrzeugs erfolgen muss.
Für junge Einsteiger ist genau dieser Aspekt oft entscheidend: Ein Fahrzeug mit Geschichte, das man selbst instand setzt, bietet einen anderen, oft zugänglicheren Einstieg als ein bereits vollständig restauriertes Sammlerstück. Der Prozess der Restaurierung vermittelt zudem technisches Verständnis, das im späteren Rallyealltag von direktem Nutzen ist.
Teamarbeit zwischen Fahrer und Beifahrer
Ein zentrales Element des Rallyesports ist das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer. Dazu führt Daniel Jura aus:
„Für uns ist eine Oldtimer-Rallye weit mehr als ein Wettbewerb. Sie verbindet Technik, Teamwork und gemeinsame Erlebnisse. Fahrer und Beifahrer müssen perfekt harmonieren, Herausforderungen gemeinsam meistern und dabei vor allem eines haben: Spaß.“
Diese Aussage verweist auf einen Aspekt des Rallyesports, der besonders für junge Teilnehmer attraktiv ist: die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit unter Zeitdruck. Anders als bei vielen anderen Motorsportdisziplinen erfordert eine Oldtimer-Rallye ständige Kommunikation zwischen Fahrer und Beifahrer – etwa bei Navigation, Zeitmanagement oder technischen Entscheidungen während der Strecke. Bei Daniel übernimmt diese Rolle Elena Steigberger als seine Beifahrerin. Dieses Teamformat unterscheidet sich deutlich von rein individuellen Motorsportarten und macht die Rallye zu einem Erlebnis, das stark auf Vertrauen und Abstimmung basiert.
Nachwuchsförderung als eigenständiges Engagement
Über den eigenen sportlichen Erfolg hinaus engagieren sich Daniel Jura und Elena Stegberger aktiv für die Nachwuchsförderung in der Szene. Aus diesem Anliegen entstand das Abocar Classic Team, dessen erklärtes Ziel es ist, junge Fahrerinnen und Fahrer für Young- und Oldtimer zu begeistern und ihnen den Einstieg in die Szene zu erleichtern.
Hintergrund dieses Engagements ist eine Beobachtung, die in vielen Familien zutrifft: Wertvolle klassische Fahrzeuge stehen häufig ungenutzt in Garagen, ohne dass sie regelmäßig bewegt werden. Daniel und Elena setzen sich dafür ein, Besitzer solcher Fahrzeuge zu motivieren, diese wieder aktiv zu nutzen – etwa im Rahmen von Rallyeveranstaltungen – und gleichzeitig jüngeren Interessierten die Möglichkeit zu geben, praktische Erfahrung zu sammeln, ohne selbst sofort ein eigenes Fahrzeug besitzen zu müssen.
Diese Haltung basiert auf der Überzeugung, dass die langfristige Zukunft der Oldtimer-Szene davon abhängt, ob es gelingt, kontinuierlich neue, jüngere Teilnehmer zu gewinnen. Ohne aktive Nachwuchsförderung besteht andernfalls das Risiko, dass die Szene in den kommenden Jahrzehnten zunehmend überaltert.
Verbindung von Fahrspaß und sozialem Engagement
Ein weiteres Projekt, das diese Philosophie widerspiegelt, ist die Leo Charity Trophy, eine wohltätige Oldtimer-Rallye, die vom LEO CLUB WIEN organisiert wird. Bei dieser Veranstaltung wird die Freude am Fahren gezielt mit einem gemeinnützigen Zweck verbunden.
Solche Formate sprechen insbesondere jüngere Teilnehmer an, da sie über den reinen Fahrspaß hinaus einen zusätzlichen Sinn vermitteln. Die Kombination aus sportlichem Erlebnis und sozialem Engagement passt zu einem Wertewandel, der sich generell bei jüngeren Zielgruppen beobachten lässt: Freizeitaktivitäten werden zunehmend danach bewertet, ob sie über den persönlichen Nutzen hinaus auch einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten.
THE CIRCLE CLASSIC TROPHY® und die Rolle der Founding 10
Diese Entwicklungen greifen wir mit THE CIRCLE CLASSIC TROPHY® auf, einer neu geschaffenen Oldtimer-Rallye, die gezielt sowohl erfahrene Teilnehmer als auch Neueinsteiger ansprechen soll. Ziel der Veranstaltung ist es, eine Plattform zu schaffen, die unterschiedliche Erfahrungsstufen und Altersgruppen zusammenbringt.
Besonders freut es uns, dass Daniel Jura und sein Team zu den Founding 10 der Rallye zählt. Diese Gruppe besteht aus ausgewählten Persönlichkeiten aus der Szene, die den Aufbau und die Ausrichtung von THE CIRCLE CLASSIC TROPHY® von Beginn an mitgestalten.
Wichtig zu erwähnen ist dabei: Daniel Jura und seine Copilotin werden selbst im kommenden Jahr aktiv an THE CIRCLE CLASSIC TROPHY® teilnehmen. Seine Aufnahme in die Founding 10 erfolgt aufgrund seines tollen Engagement für den Oldtimer-Rallyesport und ist auch ganz besonders als Anerkennung seiner bisherigen Erfolge zu verstehen. Als zweifacher Sieger der Höllental Classic sowie als Mitbegründer des Abocar Classic Teams bringt er genau jene Kombination aus sportlicher Kompetenz und Nachwuchsförderung mit, die für den langfristigen Erfolg der neuen Rallye von Bedeutung ist. Diese Konstellation unterstreicht, dass die Founding 10 nicht ausschließlich ältere erfahrene Teams umfasst, sondern bewusst auch Personen mit großem strategischen und inhaltlichen Beitrag zur Ausrichtung der Veranstaltung.
Zusammenfassung der zentralen Faktoren
Die zunehmende Beteiligung junger Menschen an der Oldtimer-Szene lässt sich auf mehrere zusammenwirkende Faktoren zurückführen:
- Ein oft zufälliger, unkomplizierter Einstieg über einzelne Rallyeteilnahmen ohne familiäre Motorsporttradition
- Sportliche Erfolgsmöglichkeiten, die unabhängig vom Alter erreichbar sind
- Zugänglichkeit durch eigene Restaurationsprojekte oder günstigen Youngtimern statt teurer, fertiger Sammlerfahrzeuge
- Ausgeprägtes Teamelement zwischen Fahrer und Beifahrer, das Kommunikation und Vertrauen erfordert
- Gezielte Nachwuchsförderung durch Initiativen wie das Abocar Classic Team
- Sinnstiftende Veranstaltungsformate wie die Leo Charity Trophy, die Fahrspaß mit sozialem Engagement verbinden
Fazit
Die Oldtimer-Szene verändert sich, und junge Fahrerinnen und Fahrer spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Daniel Jura zeigt exemplarisch, wie aus einem eher zufälligen Einstieg über mehrere Jahre sportlicher Erfolg, ein anspruchsvolles Restaurationsprojekt und aktives Engagement für die Nachwuchsförderung entstehen können.
Mit THE CIRCLE CLASSIC TROPHY® 2027 schaffen wir eine Plattform, die diese Entwicklung zusätzlich aktiv unterstützt. Die Aufnahme von Daniel Jura in die Founding 10 ist dabei sowohl eine Anerkennung seiner bisherigen sportlichen Leistungen als auch ein klares Signal, dass der Nachwuchsförderung in der Oldtimer-Szene bei unserer Rallye ein besonderer Stellenwert zukommt.




